Indienreise 2020 – Teil 4


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Am nächsten Morgen bringen mich die Schwestern Geethi und Teena nach Yemmiganur, unser ursprüngliches Projektgebiet. Am Campus des Sancta Theresa Convents und der St. Mary’s Elementary School und „unserem“ Orange Home werden wir schon am Eingangstor von Patenkindern und Schüler*innen empfangen. Natürlich bekomme ich einen Schal und eine farbenfrohe Blumengirlande umgehängt und begleitet mit Trommeln und Flöten schreiten wir zum Konvent.

Unsere älteren Patenkinder wurden über meinen Besuch informiert und einige kamen aus Yemmiganur oder aus den umliegenden Dörfern, um mich zu treffen. Yemmiganur hat einen dörflichen, fast idyllischen Charakter, ist mit 95.000 Einwohnern (lt. Wikipedia) aber schon eine größere Stadt.

Ich unterhalte mich mit unseren Patenkindern, hole neue Informationen ein und mache Fotos von ihnen. Es macht mich froh, wie sie ihre Chance auf ein besseres Leben nutzen und wie eifrig sie lernen. Die meist genannten Berufsziele sind Krankenschwester, IT-Ingenieur und Bank Manager.

Einer der älteren Patenkinder, er möchte gern Micky genannt werden, kümmert sich rührend um mich und meint, dass wir am späten Nachmittag unbedingt zur „Exhibition“ gehen sollten. Ich kann mir nichts darunter vorstellen, willige aber gerne ein. Begleitet werden wir von Joshna und Bharathi. Die Exhibtion stellt sich dann als Markt heraus, in dem es auf geschätzte 100 Meter ausschließlich „Bangles“ (Armreifen) gibt. Auf dem Weg zurück im Parallelgang kann man noch Halsketten und Ohrringe oder Süßigkeiten erwerben und es gibt auch noch einen kleinen Rummelplatz mit Riesenrad, Kinderkarussell, einen Zug und einen „Break Dancer“. Die jungen Leute und ich haben viel Spaß und genießen die gemeinsame Zeit.

Joshna und ihr inzwischen zu uns gestoßener Bruder machen sich auf zur Bushaltestelle, um nach Adoni zurück zu fahren. Micky und ich bringen Bharathi mit einem „Tuk“ noch zurück ins Hostel. Doch bevor wir ankommen stoppen uns zwei Polizisten. Sie wollen meinen Reisepass und mein Visum sehen. Beides habe ich natürlich sicher in meinem Zimmer im Konvent aufbewahrt. Die Polizisten fragen sich wohl, was der „alte Sack“ mit dem jungen Mädchen vorhat. Nach einigen Erklärungen muss ich versprechen, dass ich einen Scan dieser Dokumente per WhatsApp zusenden werde. Und trotzdem avisieren sie danach für den nächsten Nachmittag einen Besuch im Sancta Theresa Konvent. Sie sind dann sehr freundlich, stellen jedoch viele Fragen, nicht nur an mich, sondern auch an die Schwestern und wartenden Patenkinder. Sie interessiert vor allem der Zweck meines Besuches und „meine“ Unterstützung der Kinder. Dass ich ein Vertreter von Asha Varadhi bzw. einer kleinen NGO bin, können oder wollen sie nicht verstehen. Aber sie ziehen dann doch von dannen und die Sache ist erledigt.

Reiner Schmid (info@asha-varadhi.de oder Tel. 468496)

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