Coronavirus in Indien


Indien mit seinen fast 1,4 Mrd. Einwohner blieb bisher weitestgehend von der Pandemie verschont. NOCH! Obwohl Premierminister Modi schon am 24.03.2020 für zunächst 21 Tage eine Ausgangssperre angeordnet hat, ist es in vielen Orten gar nicht möglich, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. In Hyderabad zum Beispiel, der größten Stadt in unserem Projektgebiet, leben 6,8 Mio. Einwohner (Census 2011) mit einer Dichte von fast 11.000/ km2. Zum Vergleich: Stuttgart hat ca. 3100/ km2. Die meisten Inder verhalten sich zwar sehr diszipliniert, aber wie soll und kann da eine Ansteckung vermieden werden? Viele Fachleute deshalb davon aus, dass sich die relativ geringen Zahlen von 6.041 infizierten und 184 toten Menschen in Indien (Stand: 09.04.2020 / 08:30h) explosionsartig erhöhen werden.

Hier noch die Werte von den Bundesstaaten bzw. Städten in unserem Projektgebiet: Telangana 453 / 11, davon Hyderabad 104 und in Mahabubnagar 6, in Andhra Pradesh 348 / 3, davon in Kurnool 74 und in Anantapur 13 (Quelle: www.covid19india.org).

Den Lockdown nutzt z.B. unser Patenmädel Mary S. und ihre Mutter Latha. Sie haben für Ärzte grüne Kittel genäht, die sie letzte Woche an ein Krankenhaus übergeben haben, und nähen immer noch Gesichtsmasken für arme Menschen. Die Baumwollstoffe bekommen sie kostenlos gestellt, für ihre Arbeit bekommen sie von der Regierung 50/- Rs. für einen Arztkittel und 2/- Rs. für eine Maske (ca. 65 bzw. 3 Cent).

Durch ihre Näharbeiten verrichten sie Gutes im doppelten Sinn: sie stellen einerseits die knapp gewordenen Gesichtsmasken für ihre Mitmenschen her, andererseits verdienen sie etwas Geld für ihren eigenen Lebensunterhalt. Denn gerade die Armen trifft der Lockdown besonders hart. Die meisten sind Tagelöhner und momentan ohne Arbeit. Keine Arbeit, kein Lohn, nichts oder wenig zu essen. Die Verteilung von Lebensmittel durch den Staat ist zwar lobenswert und eine logistische Meisterleistung, kann aber die Not dieser armen Menschen nur ansatzweise lindern. Es gibt Stimmen, dass mehr Inder an Unter- und Mangelernährung als am Coronavirus sterben werden. 

Ich kann nur hoffen, dass die in Regierungskreisen diskutierte Strategie mit einer Verlängerung der Ausgangssperre umgesetzt wird. Ob diese Maßnahmen allerdings ausreichen werden? Da habe ich große Zweifel, aber die Hoffnung lebt!

Bislang gingen von unseren Projektpartnern noch keine Anfrage zur Unterstützung von an Hunger leidenden Familien ein. Bislang! Ich befürchte, dass sich aber auch das kurzfristig ändern wird. 

Deshalb appelliere ich an alle, die hier in Deutschland finanziell gut aufgestellt sind und nicht durch Kurzarbeit o.ä. eingeschränkt werden, uns zu unterstützen und zu spenden.

Die IBAN von unserem Spendenkonto lautet: DE55 6005 0101 0008 6699 93 

Herzlichen Dank im Voraus und bleibat g’sond!

Reiner Schmid

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